Eva und die Panzer

(In der Literaturzeitschrift ‚Fettliebe‘ 2016 veröffentlicht)

Es war ein heißer Sommertag, als die 14 jährige Eva aus der Schule kam. Sie wollte einfach nur nach Hause. Noch zwei Straßen lagen vor ihr. Sie bog von der Hauptstraße nach rechts in die erste Seitenstraße ein.
Das Dorf wirkte wie ausgestorben. Außer ihr war kein einziger Mensch unterwegs und kein einziges Auto fuhr. Auch kein einziges Geräusch war zu hören. Sie wunderte sich sehr darüber.
Plötzlich hörte sie Panzer. Bei Panzer dachte sie immer an Krieg. Erschrocken drehte sie sich zur Hauptstraße um. Bald rollte der erste an ihr vorüber. Eva erkannte jetzt, dass es amerikanische Soldaten waren. In der nahen Stadt stand ihre Kaserne.
Wenn sie durch das Dorf fuhren, stellten sich die Schulkinder an den Straßenrand, lächelten ihnen zu und bildeten mit zwei Fingern einen V. Die Soldaten taten dann das gleiche.
Eva stellte sich aber mit leicht gespreizten Beinen mitten auf die Seitenstraße und blickte zur Hauptstraße. Sie hatte ein breites schönes Lächeln auf den Lippen.
Sexy sah sie aus mit ihrem dünnen handgenähten Jeansrock und dem hellblauen T-Shirt, das so gut dazu passte. Fand sie jedenfalls. Ihre orange Schultasche hielte sie mit beiden Händen am oberen Griff und ließ sie zwischen ihren gespreizten Beinen baumeln.  Weiterlesen

Aus meinem Autorinnenleben im November 2018


„Worüber man nicht sprechen kann, soll man schweigen.“
Dieses weise, für meine Begriffe richtige, Zitat von Ludwig Wittgenstein ist bekannt.
Der Umkehrschluss müsste lauten: Worüber man nicht schweigen kann, muss man reden.
Ganz stimmt dieser Umkehrschluss nicht, denn man wird nicht von jedem verstanden.
Schreiben kann man über beides. Über etwas, über das man schweigen sollte, und lässt es in seiner Schublade liegen. Das tue ich manchmal. Man kann auch über Dinge schreiben, über die man nicht schweigen kann. Unter den Lesern finden sich welche, die es verstehen.
Eingefügt ist der Zeitungsartikel über den Lesemarathon in Kassel am 4. November, bei dem ich auch meine neu in einer Anthologie erschienenen Kurzgeschichte ‚Die Adoptivtochter‘ vorlas. Sie handelt ein sehr persönlich Thema ab, über das ich nicht schweigen kann. Auch wenn es manchen Leuten nicht gefällt, worüber ich nicht schweigen kann. Deshalb führte ich solche Gedankenspiele auf. Man kann meine Kurzgeschichte online nachlesen auf der Webseite www.nordhessischer-autorenpreis.de. Alle anderen ausgewählten Geschichten zum Ausschreibungsthema ‚An der Grenze‘ natürlich auch.

Aus meinem Autorinnenleben im Oktober 2018

Im Oktober ist natürlich wie jedes Jahr die Frankfurter Buchmesse angesagt. Dort war ich auch ganz schön auf Trab. Es bot sich mir auch diesmal viel Information und Austausch. Weiterlesen

Aus meinem Autorinnenleben im September 2018

3. Kasseler POETS’ DAY: An der Grenze 6. Anthologie des Nordhessischen Autorenpreises wird mit einem sechsstündigen Lesemarathon präsentiert.

Ich bin auch dabei und werde meine in der Anthologie erscheinenden Geschichte ‚Die Adoptivtochter‘ vorlesen. Der folgende Text des Veranstalters enthält alle Informationen. Zu welcher Uhrzeit ich lese, werde ich allerdings noch nennen.

Kassel. AutorInnen aus der Region Kassel treffen sich am 4. November zum 3. Kasseler POETS’ DAY im autorencafé der Werkstatt Kassel zu einem sechsstündigen Lesemarathon. Kommen und Gehen ist Lesenden und interessierten Zuhörenden zwischen 13 und 19 Uhr jederzeit möglich. Wir Spinner, Jenseits der Mauser, Baumkrebs, Zur Not ein Feinweiss, Das kenne ich vom Sport – fünf Titel von 30 in der Anthologie An der Grenze. Die 6. Anthologie des Nordhessischen Autorenpreises erscheint am 4. November – virtuell, als blätterbare Fassung auf der Website des Vereins. Zeitgemäß? Ein Tribut an die Zeit? Auf jeden Fall ein anders Format und ein Wagnis. Beim 3. Kasseler POETS’ DAY werden die Texte hörbar, werden performt von ihren ganz echten und unvirtuellen AutorInnen. Der Nordhessische Autorenpreis e. V. fördert mit der Anthologie und dem POETS’ DAY das literarische Potenzial in der Region, den Texten widerfährt Öffentlichkeit, die Menschen hinter den Texten werden lebendig, die AutorInnen können untereinander und mit ihrem Publikum in Kontakt kommen. Lassen Sie sich mitnehmen an Grenzen, über Grenzen, zwischen Zeilen, hinter Mauern, jenseits der Linien, in Endlosschleifen oder ganz woanders hin. Für (süße und salzige) Snacks sowie (heiße und kalte) Getränke ist gesorgt. Der Eintritt ist frei.

Aus meinem Autorinnenleben im Juli 2018

Überall herrscht Sommerpause. Genau die gönne ich mir auch momentan. Sicherlich schreibe ich ab und an. Nur mit der Vermarktung  halte ich mich im Sommer zurück. Der letzte Artikel zählte praktisch auch zu meinem Autorinnenleben im Juli.  Für einen Preis war der Text nicht schlecht genug. Aber ich war ins Finale zur ‚Nacht der schlechten Texte‘ gekommen und mit dem Beitrag unter diesem stand ich auf großer Bühne. Man sieht: Ich kann auch schlechte Texte. Weiterlesen

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